Mein Rennbericht vom 6. Rennen der "AUTOBAU" Schweizer Kartmeisterschaft 2019 in Lignieres (Schweiz)

Am vergangenen Wochenende fand das 6. und letzte Saisonrennen der Schweizer Kartmeisterschaft in Lignières (Schweiz) statt. Das Rennen auf dem TCS Test und Eventgelände in Lignières wurde als eine 2 Tagesveranstaltung ausgeschrieben. Das heisst das das Zeitfahren schon am Samstagabend stattfand, die Rennen aber erst am Sonntag. Da dies jedoch keine permanente Rennstrecke ist, wie alle anderen Strecken im Kalender, sind wir schon am Donnerstagabend angereist, um uns vor Ort die Strecke schon einmal anzuschauen und abzulaufen.


Der Freitag begann damit in den ersten Trainings die Strecke kennenzulernen und die schnelle Linie sowie Bremspunkte zu finden. Wir versuchten auch einige Einstellungen am Kart. Ich gewöhnte mich schnell an die Strecke und konnte mich stetig verbessern. Die Piste hatte am Morgen fast keinen Grip.
Der wurde aber immer besser, je mehr Karts gefahren sind.


Am Samstag haben wir dann unseren Rennmotor montiert und noch das Setup etwas angepasst. Ich fühlte mich sehr wohl im Kart und von den Zeiten her, konnte ich mit der Spitze mithalten. Wir waren sehr zuversichtlich für das bevorstehende Zeitfahren am frühen Abend.


Zeitfahren

Vor dem Zeitfahren hatten wir noch ein Warm up Training. Da die Strecke sich stetig veränderte, probierten
wir noch einen anderen Luftdruck aus, was aber nicht funktionierte.

Im Zeitfahren probierte ich hinter einem anderen Fahrer zu fahren, denn auf der langen Rechtskurve, auch Hondakurve genannt, ist ein guter Windschatten von Vorteil. Es lief aber nicht so gut wie in den Trainings. Alle Piloten sind im Zeitfahren innerhalb von 1 Sekunde zusammen, also alles sehr eng zusammen. habe mich mit 0,4 Sek Rückstand nur auf dem 9. Startplatz qualifizieren können.

1. Vorlauf

Der Start zum 1. Lauf ist mir recht gut gelungen. Ich zog nach dem Start direkt nach innen, habe meinen 9. Startplatz gut verteidigen können. Ich hatte aber die ganze 1. Runde einen Fahrer direkt an
meiner Stossstange zu hängen. Am Ende der 1. Runde hat er mich dann in der 1. Kurve überholt. Ich lag also nun auf Position 10. Die Piloten vor mir kämpften nun miteinander, sodass ich im Wind-schatten sehr gut dranbleiben konnte. In der letzten Runde des 1. Laufs, hat ein Fahrer vor mir noch ein Motorproblem gehabt und ist leider ausge-schieden. Zudem gab es auch noch einige Zeitstrafen, wegen eingedrücktem Spoiler und Verlassen des Startkorridors. Ich habe davon Profitieren können und
beendete den 1. Lauf auf dem 7. Platz.

2. Vorlauf

Den 2. Lauf startete ich nun von der 7. Position ins Rennen. Der Start war diesmal nicht so gut. Ich bin zwar gut weggekommen, aber in der 1. und 2. Kurve war es sehr unübersichtlich. Überall waren Karts und ich musste aufpassen, dass ich die Fahrer links und rechts neben mir nicht berühre und einen Unfall verursache. Nach der 1. Runde lag ich leider nur noch auf der 10. Position. In der 3.
Runde fuhr ich mit 4 anderen Piloten Stossstange an  Stoss-stange durch die lange rechts-kurve, und konnte dann einen Piloten überholen. In der 4. Runde wurde ich leider wieder überholt. Ich versuchte wieder im Windschatten auf meinen Vordermann aufzuschliessen. Ich hatte aber teilweise so
viel Speed, das ich etwas Gas wegnehmen musste, um ihm nicht in sein Heck zu fahren, denn zum Überholen reichte da leider der Platz nicht aus. Ich beendete den 2. Lauf auf dem 9. Platz und war nicht so zufrieden mit mir. Es ärgerte mich, dass ich zwar schneller war, aber es nicht schaffte vorbeizukommen
und zu überholen.


Finale

Für den finalen Rennlauf haben wir mit unserem Motoristi noch einmal den Motor und Vergaser kontrolliert
und ich habe mit meinem Teamchef das Finale besprochen und mir hilfreiche Tipps geholt. Das Finale startete ich wieder vom 8. Startplatz aus ins Rennen. Der Start verlief wieder gut und ich kam gut weg. Ich konnte meine Position in der 1. Runde halten, wurde aber wieder in der 2. Runde überholt. Bei dem Überholvorgang habe ich sicher 20 Meter verloren, weil ich von der Ideallinie weichen musste. Ich habe dann die Tipps vom Teamchef beherzigt und mich wieder an meinen Vordermann ran gekämpft. Diesmal klappte es besser im Windschatten zu fahren und ich kam immer näher.
Nach 3 Runden habe ich die Lücke zugefahren und klebte ihm direkt an der Stossstange. Ich versuchte in der 1. Kure ihn zu überholen, was mir auch gelang. Ich lag nun wieder auf der 8. Position und konnte diese bis zum Rennende halten und verteidigen. Ich war sehr glücklich und zufrieden mit dem Resultat und freute mich über mein 3.

Top 10 Ergebnis in dieser Saison.


Mein Fazit

Das war sie also... meine 1. Saison in der Schweizer Kartmeisterschaft. Die Saison ging vorbei wie im Flug. Ich bin mit meiner Leistung und dem Ergebnis recht zufrieden. Ich habe die Meisterschaft auf dem 12. Platz abgeschlossen. Ich hatte sehr viel Spass und habe die Rennwochenenden sehr genossen. Es machte mir grossen Spass mich mit den anderen Piloten zu messen und auf der Strecke um Positionen und schnelle Runden zu fighten. Ich habe in dieser Saison sehr viel gelernt und mich selber verbessert. Es sind sehr gute Fahrer in der Meisterschaft, gegen die ich dort fahren durfte und das Niveau ist sehr hoch. Am Anfang der Saison musste ich mich daran erst gewöhnen, konnte mich
aber im Laufe des Jahrs steigern.


Vielen herzlichen Dank an alle meine Unterstützer, Gönner, Sponsoren sowie meinen Eltern und meiner
Familie, die immer hinter mir stehen. Ich bin wirklich sehr dankbar und stolz, dass Ihr an mich
glaubt und mir die Möglichkeit gebt Rennen zu fahren. Ich danke natürlich auch Niklaus Gurtner und
allen meinen Teammitgliedern vom Swiss Hutless Racing Team, für die Unterstützung in diesem Jahr,
sowie meinem Motoristi Aldo, für die super schnellen Motoren und dem Berner Kart Racing Club.

 

Nun ist ersteinmal eine kleine Kartpause. Danach beginnt auch schon die Vorbereitung und Planung für meine 2. Saison in der Schweizer Kartmeisterschaft 2020. Zum Jahresabschluss werde ich am 2. November am Night Grand Prix in Lyss starten.


Rennsportliche Grüsse und bis bald
Euer Nils